Nov 23

Ich wollte eben mal ganz harmlos den neuen Opera v10.10 ausprobieren. Da gibt es ja einige sehr beeindruckende Features die das Verteilen von Musik, Videos, Bildern und Dateien im Allgemeinen unglaublich einfach machen. Stichwort: Opera Unite. Mit Social Network Charakteristik. Man muss sich lediglich kostenlos bei My Opera registrieren und Opera herunterladen (umgekehrte Reihenfolge geht auch) und schon kann’s los gehen.

Ein wenig beunruhigend fand ich allerdings die Social Network-Funktionen. Und zwar taucht mit den Standardeinstellungen der eigene Name unter dem Punkt “Recent visitors” (Letzte Besucher) in den Profilen von anderen Benutzern auf. So weit, so gut. Ich schaute auf der Startseite vorbei, wo auch öffentlich sichtbare Fotos von Benutzern dargestellt werden und klickte wahllos auf das erste Foto, ein gerendertes Bild einer Kalashnikov. Keine fünf Minuten später tauchte eine Freundschaftsanfrage von “commando987″ in meinem Opera-Posteingang auf. Ich schaute mir kurz sein Profil an: Abdullah, 19, Student in Pakistan, dessen letztes Buch der Koran war und, laut eigener Aussage im Profil: “If I won 1 million dollars, I would: mujahideen ko dhon ga”. Gut, mein Pakistani ist ein wenig eingerostet, aber mujahideen, egal in welchem Zusammenhang, sorgt bei mir erstmal für ein natürliches Gefühl von Unbehagen. Ich habe die Anfrage höflich, aber bestimmt abgelehnt. Zwei Minuten später war ein lapidares “ok” in meiner Inbox.

Ach ja, noch was am Rande, Abdullah mag keine Lügen und nutzt Software von Microsoft. “Windows 7 doesn’t have any of the flaws that Vista or all the other previous versions of Windows had. Trust me.” :D

Mein “My Opera”-Profil

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Jun 15

Es ist ja nett, dass Google einen Service anbietet, mit dem man Texte und Webseiten übersetzen kann. Aber ein Urgestein der Computerwitze wird nach wie vor falsch übersetzt: “No disk space left on device” wird zu “Kein Speicherplatz links am Gerät” (Automatische Übersetzung)

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Mai 31

Immer diese Erwartungen von aktuellen Beiträgen… Dabei passiert echt genug: Das Netz gibt’s demnächst nur noch durch den rosaroten Filter des BKA, Gorleben wird nun doch zum Endlager ausgebaut und Paintball – wer wusste es nicht – ist eine Menschenverachtende Tötungssimulation und gehört augenblicklich verboten. Wohl dem, der eine Lobby hat. Schützenvereine zum Beispiel. Kann mal bitte jemand die Regierenden von ihrem Leid erlösen? Oh, und bitte: Hört endlich auf mit diesen Rettungspaketen. Da verliert der Kapitalismus doch total seine Glaubwürdigkeit.

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Feb 24

Den Satz hört man als Systemadministrator öfter. Meistens ist jedoch nicht das gesamte Internet betroffen. Wesentlich häufiger ist die Ursache ein typisches „Pebkac“ – Problem exists between keyboard and chair. Das es aber auch anders geht, habe ich heute auf heise.de gelesen: Eine Kombination aus Bedienfehler und Cisco Bug legte beinahe das Internet lahm.

Kurze Erklärung für die Lesefaulen: Auf den Knotenpunktrechnern im Internet, den sog. Routern, läuft eine spezielle Software welche sich von Hersteller zu Hersteller unterscheidet. Ein Systemadministrator der auf Cisco Geräten geschult war, nahm eine Änderung an einem Mikrotik Gerät vor ohne das Handbuch zu lesen. Dies führte dazu das die Änderung, die er vornehmen wollte nicht viermal, sondern mehr als 200 Mal ausgeführt wurde. Seine fehlerhafte Einstellung wurde von seinem Router auf viele andere Router weltweit kopiert (Router tauschen sich untereinander aus). Die Software von Cisco enthielt einen bis dato unbekannten Programmierfehler der erst durch die neuen (fehlerhaften) Einstellungen ausgelöst wurde, im Ergebnis wurden die Verbindungen abgebrochen.

Der Artikel verrät leider nicht genau, wie der Totalzusammenbruch verhindert wurde. Ich hab’ aber mal kurz drüber nachgedacht, was heute alles über das Internet läuft. Kaum auszudenken, welchen Schaden ein kompletter Ausfall angerichtet hätte. Sowohl wirtschaftlich als auch die persönliche Langeweile betreffend. Ein Tag ohne Internet? Für mich mittlerweile fast undenkbar.

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Feb 03

Ich hab’ mich schon eine ganze Weile nicht zu Wort gemeldet, aber welcher Blogbetreiber kennt das nicht? In der Vergangenheit habe ich mehrfach über den (mittlerweile einsatzbereiten) Bundestrojaner berichtet. Heute möchte ich über ein anderes, jedoch ähnliches netzpolitisches Thema reden: Internetsperren.

Die Bundesregierung plant noch im Laufe dieses Jahres Filter gegen kinderpornografische Inhalte bei den Netzprovidern zu installieren bzw. diese zu zwingen, sie einzusetzen. Ich bin absolut gegen Kinderpornografie, aber so wie ich die Sache sehe, wird dieses Schreckgespenst nur dazu benutzt um eine Filterinfrastruktur zu schaffen. Ist diese erstmal vorhanden, wird es nicht lange dauern, bis andere Nutzer Schlange stehen. Ich spiele auf die Urheberrechtsindustrie an, die bei der Seite “The Pirate Bay” schon bewiesen hat, zu welchen Maßnahmen sie fähig ist. (Die Seite musste von Dänischen und Italienischen Providern gesperrt werden)

Vielleicht mal ein Wort zur konkreten Umsetzung der Filter: Es wurde entschieden die Filtersoftware CSAADF (Child Sexual Abuse Anti Distribution Filter) zu verwenden, die bereits seit 2004 in Norwegen zum Einsatz kommt. Schön, dass zur Abwechslung mal auf eine in der Praxis erprobte Lösung gesetzt wird. Schlecht, dass dies lediglich ein DNS Filtersystem ist, was selbst durch technische Laien mit einfachsten Mitteln umgangen werden kann. Zumal der typische im Internet operierende Pädophile ohnehin täglich mehrere Stunden mit der Suche nach neuem Material zubringt. Dabei hält er sich weit abseits der einschlägig bekannten Websites auf und tauscht eher in privaten Foren.

Die Sperrlisten sollen vom BKA erstellt und mit anderen Ländern, die dieses System ebenfalls verwenden, ausgetauscht werden. Wenn eine Seite zu Unrecht im Index gelandet ist, hat der Betroffene aber keine Möglichkeit, dagegen vorzugehen, da die Listen nicht veröffentlicht werden. Ebenfalls halte ich es für mehr als wahrscheinlich, dass die Zugriffe auf gesperrte Seiten aufgezeichnet werden um später weitere Schritte einleiten zu können. In meinen Augen wird hier der Deckmantel der Kinderpornografie dazu benutzt um den Bürgern ein weiteres Stück ihrer Freiheit zu nehmen. Bereits jetzt wird diskutiert, ob das System nicht auf antisemitische Seiten ausgedehnt werden soll. Und wenn erstmal dieser Schritt gegangen wurde, dauert es nicht mehr lange bis unliebsame Berichterstattung ebenfalls auf dem Index landet. Der Blick in die Geschichte zeigt, dass sich bisher immer Gründe finden ließen.

Dieser Text wurde inspiriert von dem c’t Artikel aus der Ausgabe 4/09, Seite 80ff.

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